Veteranenausflug nach Kaltbach vom 2. Oktober 2014

Einmal mehr luden die Veteranenobmänner Seppi Bieri und Seppi Bühlmann die Veteranen mit ihren Gattinnen und die Frauen der verstorbenen Veteranen zu einem interessanten Ausflug ein.
Mit Privatautos fuhr die Gesellschaft nach Kaltbach, wo Herr Walter Burri uns erwartete.
Eine einstündige Führung in die Höhlen von Kaltbach war angesagt. Alle mussten sich mit einem weissen Mantel, einer Mütze und Ueberziehschuhen eindecken.
So erfuhren wir, dass fünf Schlüssel zur erfolgreichen Käseproduktion nötig sind: Kräuter, Rohmilch, handwerkliche Herstellung, Käsereifung und Logistik/Marketing.
So frisst eine Kuh bis zu 70 kg Gras und trinkt 50- 100 Liter Wasser pro Tag. Die durchschnittliche Jahresproduktion einer Kuh beträgt 7''000 - 10''000 Liter Milch pro Jahr.
Tagtäglich werden die Kühe morgens und abends gemolken und die Milch frisch in die Käserei gebracht. In der Schweiz wird nur Rohmilch für die Käseherstellung verarbeitet.
Die beliebtesten Käsesorten sind: Gruyere, Emmentaler, Appenzeller und neu auch Mozarella. Ein Emmentaler wiegt etwa 100 - 120kg.
Zum Wenden dieser Kolosse werden in Kaltbach Roboter eingesetzt, die rund um die Uhr arbeiten.
1953 wurde die damals 70m lange Höhle in Kaltbach, Gemeinde Mauensee als Lager für die Landwirtschaft genutzt.
Die Moräne, in der die Höhle liegt, der Santenberg, besteht aus Sandsteinen der oberen Meeresmolasse, demselben Gestein aus dem das Bundeshaus und das Berner Münster erbaut sind.
Da sich das spezielle Höhlenklima zur Lagerung und Reifung von Käse eignet, wurde die Höhle sukzessive erweitert, so 1956 auf 150 Meter, bis 1976 auf 500 Meter und 1991 auf 1000 Meter Länge.
1993 übernimmt Emmi die damalige Refa Weichkäserei AG. Im Jahr 2000 wird der Name "Die Höhlengereiften" eingeführt. Der Markenwechsel auf "Kaltbach" erfolgt 2005.
2008 wird der Ausbau der heutigen Höhle auf 2000 Meter Länge erweitert und mit 50''000 Lagerplätzen in Angriff genommen. 2010 erfolgte dann die Einweihung.
Nur die besten Käse aus der ganzen Schweiz gelangen in die Sandsteinhöhle in Kaltbach.
Da werden die Laibe in mineralienreichen Klima bei 12.5 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 94 Grad ganz langsam bis zur vollendeten Reifung sorgfältig gepflegt, bis sich der unvergleichliche Geschmack entwickelt hat.
Anschliessend an die Führung wurde der hungrigen Schar ein ausgezeichnetes Mittagessen mit Raclette a discrétion serviert mit einem feinen Weisswein dazu.
Im Kaltbachladen konnten sich alle noch mit feinen Spezialitäten aus Kaltbach eindecken.
Und weiter ging die Fahrt nach Sempach zum Kirchbühl. Da in der ältesten Kirche im Kanton Luzern erzählte uns Seppi Bühlmann die Geschichte der Kirche St. Martin.
Die ältesten Teile stammen so um das Jahr 1000, der Turm mit dem Käsbissendach und die Wandmalereien stammen aus dem 13. Jahrhundert.
So war Kirchbühl eine Raststätte an der Nord-Süd-Verbindung von Basel her Richtung Alpen, also ein Römerweg.
Auch war Kirchbühl seit dem 13. Jahrhundert die Pfarrkirche von Sempach mit einem Friedhof bis ins Jahr 1932.
Erst dann wurde in Sempach die neue Stadtkirche gebaut und genutzt und Kirchbühl verlor an Bedeutung.
So hatte man kein Interesse, die alte Kirche zu renovieren. Dies konnte als glücklicher Umstand bezeichnet werden, denn somit ist die Kirche weitgehend in ihrem Urzustand geblieben.
1951 - 62 wurde eine umfassende Renovation und archäologische Grabungen durchgeführt, bei denen auch die römischen Fundamente entdeckt wurden.
Den Abschluss des gelungenen Tages machte die Gesellschaft noch im Kreuz Malters.

Auf Wiedersehen bis im nächsten Jahr
Trudi Bühlmann